Anmerkung: Der folgende Artikel ist nur ein Einblick in das Clickertraining. Wer sich in diese Ausbildungsmethode vertiefen möchte, der begebe sich bitte auf die in der Linkliste angegebenen Homepages!
![]()
Clickertraining
(von Pia C. Gröning © 2001)
Unsere Hunde lernen durch
Konsequenzen.
( Foto aus alten Zeiten --> Kettenhalsband auf "Würger" gestellt)
Hierzu gibt es zwei grob
gefasste Möglichkeiten:
-
Verstärkung: Etwas Positives/Belohnung (Lob, Leckerchen, Spiel,
Sozialkontakte, usw.) wird hinzugefügt und dadurch wird das bestärkte
Verhalten öfter gezeigt.
-
Bestrafung: Etwas Negatives (laute Stimme, körperliche Einwirkungen bis
hin zu Reizströmgeräten) wird hinzugefügt und dadurch unerwünschtes
Verhalten unterdrückt (nicht ausgelöscht!).
Was
ist Clickertraining?
Das Clickertraining beruht auf
positiver Verstärkung und bedient sich dem instrumentellen (operanten, aktiven)
Lernen. Hierbei wird der Hund auf ein bestimmtes Geräusch konditioniert, so
dass das Click-Geräusch zum sekundären Verstärker wird. Dieses Geräusch
markiert exakt und unverwechselbar erwünschtes Verhalten mit dem Versprechen
auf Belohnung.
Ich konzentriere mich beim
Clickertraining ausschließlich auf erwünschtes Verhalten. Der Hund übernimmt
den aktiven Part und löst den Click sozusagen aus. Das läuft ungefähr so ab:
Bevor ich eine Übung beginne,
zerlege ich sie in kleinste Teile und überlege mir, welche Ansätze ich clicken
könnte. Habe ich das getan, kann ich mit dem Shaping (Formung eines
Verhaltens) beginnen.
Nehmen wir als Beispiel, dass
mein Hund lernen soll auf seine Decke zu gehen.
Erster Ansatz (je nach Kreativität
des Hundes) wäre z.B. ein Blick Richtung Decke. Diesen Blick bestärke ich
einige Male per Click & Belohnung. Beim nächsten Blick bleibt die Bestärkung
aus und der Hund wird weiteres Verhalten anbieten, z.B. Richtung Decke laufen.
Auch dies wird mehrere Mal mit C & B bestärkt. Bald wird der Hund die Decke
betreten -->
C & B. Dieses Verhalten bestärke ich so oft mit C & B bis ich mir sicher
bin, dass mein Hund die Decke zügig betritt.
Nun ist der Punkt gekommen ein Hör-
und/oder Sichtzeichen einzuführen.
Hat mein Hund das Hör- und Sichtzeichen mit dem „zur Decke gehen“ verknüpft, werde ich feststellen, dass dieses Verhalten statisch zum Lernort verknüpft ist. Also beginne ich mit der Generalisierung. Ich könnte die Decke zum Beispiel mit zum Hundeplatz nehmen und werde feststellen, dass mein Hund auf dem Hundeplatz die Übung qualitativ schlechter zeigt als Zuhause. Schritt für Schritt steigere ich die Anforderungen, z.B. er soll auf die Decke im Restaurant gehen, wenn wir bei Freunden zu Besuch sind usw.
Erfüllt mein Hund bald an allen nötigen Orten seine Übung zuverlässig, setze ich die variable Bestärkung ein. Der Hund wird nicht mehr für jede Ausführung belohnt, sondern nur noch für die besten Ausführungen. Beispielsweise der Hund ist gekommen, obwohl er gerade interessiert an einer Stelle geschnuppert hat oder ein anderer Hund auf ihn zu kam. Oder der Hund hat sich besonders schnell hingesetzt usw.
Eine Übung
Doch eine gut geplante Übung und
ein präzises Timing durch den Clicker ermöglichen schnellstmögliche Erfolge.
Beispiel: Nach 3 Apportierübungen á 5 Minuten brachte Eika mir ein Holzapportel, obwohl sie vorher selbst Spielzeug ungern ins Maul nahm.
Wichtig ist, dass mein Hund Spaß
am Lernen und an den Übungen hat. So beugt man zum Beispiel Unverlässlichkeit
bei Prüfungen vor.
Vorteil vom aktiven Lernen ist,
dass der Hund bewusst und mit wenig Stress lernt. Zur Verdeutlichung: Wenn ich
ein Referat vorbereite, kenne ich den Inhalt besser als wenn ich es nur höre
... Die Aktivität meines Hundes gewährleistet gleichzeitig, dass mein Hund „mitdenkt“
anstatt durch Korrektur positioniert zu werden und in einen passiven Zustand zu
verfallen.
Clickertraining ist eine sehr fehlertolerante
Erziehungsmethode. Clicke ich falsch hat es zur Folge, dass mein Hund ein
Leckerchen bekommt, obwohl ich das Verhalten gar nicht als erwünscht erachte.
Strafe ich falsch, erleidet mein Hund Schmerzen für erwünschtes oder neutrales
Verhalten.
Dabei ist es durch Ressourcenkontrolle
keineswegs nötig Gewalt und Drohungen einzusetzen, um konsequent
zu sein. Mein Hund begreift sehr schnell, dass er etwas tun muss, um an sein gewünschtes
Objekt ranzukommen (Spielzeug, Leckerchen, anderer Hund, etc.)
Stress
spielt eine wichtige Rolle. Jedes Lebewesen ist im Stress-Zustand bedingt bis
gar nicht fähig zum Lernen. Beim Clickertraining entwickelt sich beim richtigen
Aufbau (!) höchstens sogenannter Eu-Stress, also positiver Stress. Eu-Stress
empfinden wir z.B. in Form von Glücksgefühlen oder als Herausforderung.
Leinenruck und andere aversive Methoden führen u.a. zu Dis-Stress. Diese Form
von Stress entsteht meistens bei Ängstlichkeit oder Überforderung.
Voraussetzung ist, dass der
Hundeführer die theoretischen Hintergründe versteht und ins praktische
Umsetzen kann. Erschwerend ist sicherlich, dass es zur Zeit noch wenig
„Anschauungsobjekte“ (zumindest auf den Hundeplätzen) gibt und man auf Hilfe der Ausbilder verzichten muss.

Schlusswort:
Dieser
Artikel ist leider nur ein kurzer Abriss zum Thema Clickertraining. Wer sich in
dieses Thema vertiefen möchte hat verschiedene Möglichkeiten:
Internet:
z.B.:
Bücher:
z.B.
Birgit
Laser:
Clickertraining
Martin
Pietrella:
Clickertraining für Hunde
Sabine
Winkler:
So lernt mein Hund
Karen
Pyor:
Positiv bestärken, sanft erziehen
![]()