Hier ist eine kleine Auswahl von - teils unerprobten- Möglichkeiten das Kommen des Hundes zu vertiefen. Diese Übungen sind nur sinnvoll, wenn das Kommen vorher wirklich gut generalisiert wurde. D.h., dass der Hund in sehr vielen Situationen zuverlässig zurück kommt!
Ein großer Teil der Übungen ist der Kreativität von Frauke Nissen und ihrer Setter-Hündin Toni entsprungen. Vielen Dank!
1)
Ein Helfer bekommt Leckerchen und Spielzeug für den Hund.
Die Hundeführerin stellt sich etwas entfernt hin - ohne jegliche
Motivationsobjekte. Sie ruft den Hund. Der Hund wird wahrscheinlich nicht
kommen, da ja der andere die Motivationsobjekte besitzt, sie aber dem Hund nicht
zugänglich macht. Geduldig wartet die Hundeführerin und wiederholt ihre
Aufforderung für das "Komm". Irgendwann wird der Hund kommen, bekommt
dafür einen Click und als Belohnung das Spielzeug oder die Leckerchen des
anderen. Nach einigen Wiederholungen dieser Übung wird der Hund sehr schnell
kommen, obwohl die Hundeführerin keine Motivationsobjekte im Besitz hat.
Er hat gelernt, dass es sich lohnt zu Kommen, auch wenn die Hundeführerin
scheinbar keine Motivation aufweist. Im Grunde genommen ist das eines unserer
Endziele. Denn unser Hund soll zu uns kommen, obwohl in einer kleinen Entfernung
der Hase herhoppelt (Diese Übung ist u.a. in dem Buch "Hunde sind
anders" von J. Donaldson zu finden). 
2) Man wirft ein hoch begehrtes Motivationsobjekt (MO) und ruft den Hund davon ab. Dieses Motivationsobjekt kann sehr begehrtes Spielzeug sein, wie z.B. ein Quietschie oder ein Spielzeug mit Wildgeruch (gibt es zu kaufen in kleinen Fläschchen) oder Futter wie z.B. Pansen oder ein gebratenes Hähnchen usw. . Höchstwahrscheinlich lässt der Hund sich nicht abrufen. Aus folgender Auflistung geht hervor, wie man den Hund DOCH davon abrufen können wird. Auch diese Übung sollte häufig wiederholt werden und dient dazu dem Hund klar zu machen, dass es sich lohnt zu kommen, obwohl die Hundeführerin auf dem ersten Blick uninteressanter für den Hund ist.
a) Man leint den Hund an einer längeren Leine an und wirft das Motivationsobjekt. Bevor der Hund das Ende der Leine erreicht, wird er zurückgerufen. Wahrscheinlich kommt er nicht, aber er bekommt auch nicht das MO, da er durch die Leine gestoppt wird (Vorsicht! Der Hund soll nicht in die Leine reinrennen und sich damit selbst rucken!). Man wartet ab bis sich der Hund umwendet und belohnt ihn für das Umwenden, indem man ihn ableint und er zum Ball gelangt.
b) Man benutzt zwei Zerrspielzeuge. Das eine wird ein paar mal geworfen. Der eigentliche Kick ist aber nicht das Werfen, sondern das wilde Spiel beim Zurückkommen des Hundes (übrigens auch eine gute Übung für Hunde, die ihre Beute nicht so gerne zurückbringen). Nach einigen Runden ruft man den Hund vor erreichen des Spielzeuges zurück. Kehrt er mit Spielzeug zurück folgt kein Zerrspiel. Hat er sich aber abrufen lassen und kommt ohne Spielzeug zurück, benutzt man das 2. Spielzeug zur Belohnung durch ein tolles Zerrspiel.

c) Man stellt sich auf eine Wiese oder ein Feld, die/das hoch bewachsen ist, so dass das Motivationsobjekt nach einem Wurf nicht sichtbar wäre. Das MO wird nicht geworfen, sondern der Wurf wird nur vorgetäuscht. Wenn der Hund zur Wiese rennt, um das vermeintlich geworfenen MO zu suchen, dann gibt man das Hörzeichen "Komm". Befolgt der Hund es nicht, kann er so lange Suchen wie er will - er wird erfolglos sein! Kommt er allerdings auf Zuruf zurück, dass kriegt er das MO tatsächlich geworfen.
d) Ein flinker und robuster Helfer wird postiert und man wirft das MO in seine Nähe. Lässt der Hund sich nicht abrufen, dann nimmt der Helfer das MO in Gewahrsam und ignoriert den Hund. Hat der Hund sich abrufen lassen, gibt der Helfer das MO frei.
e) Man benutzt 2 MO, wovon das eine beliebter ist (z.B. durch Präparation mit Leberwurst oder Wildgeruch oder liegt besser im Maul oder ...). Dem Hund muss de Unterschied zwischen den beiden MOe vorher bewusst sein. Man wirft das schlechtere MO und ruft den Hund ab. Kommt er, bekommt er das bessere MO. Für das nicht-Kommen gibt es auch kein besseres MO.
f)
Übung im Haus: MO in den Garten werfen und von Helfer sofort die Tür
schließen lassen. Hörzeichen "Komm". Ist der Hund gekommen wird die
Tür vom Helfer als Belohnung geöffnet - sonst nicht (Bessere Variante wäre
ein hundesicherer Zaum mit Tor).
g) Das MO wird nachteilig präpariert, z.B. mit Essig. Holt der Hund es, statt
sich abrufen zu lassen, erlebt er eine böse Überraschung.
Unter
dieser Auflistung dürfte für jeden etwas dabei sein :-) Natürlich gibt es
noch viele andere Möglichkeiten. Falls ihr eine weitere gefunden habt, dann
reicht sie doch bitte ein! ![]()