Die Ernährung des Großen Münsterländers
Den Titel könnten wir auch einfach in "Die Ernährung des Hundes" abändern, da der GM in diesem Punkt ausnahmsweise alles mit seinen Artgenossen gemeinsam hat ;-)
Die Werbung und unser Umfeld suggeriert uns
unseren Hund täglich mit allen Vitaminen und Nährstoffen zu versorgen, die er
braucht. Wenn Sie Ihre eigene Ernährung sich genauer anschauen, werden Sie
wahrscheinlich feststellen, dass Sie keineswegs täglich alle Vitamine und
Nährstoffe erhalten, die Sie brauchen. Und, leben Sie noch? Ich frage mich auch,
wie die Hunde überleben konnten, die vor der Fertigfutterflut gelebt haben!?
Wenn Sie sich etwas mit der Ernährung Ihres Hundes beschäftigen, werden Sie feststellen, dass Ihr Hund ein Fleischfresser ist. Würde Ihr Hund sich plötzlich selbst ernähren müssen, dann würde er wahrscheinlich kleine Tiere (Kaninchen, Enten, Mäuse, etc.) töten und komplett auffressen. Der einzige Getreideanteil bei dieser Mahlzeit besteht aus dem Mageninhalt des Beutetieres. Vielleicht würde Ihr Hund auch noch zwischendurch etwas Gras, Wurzeln oder Beeren fressen. Interessanterweise besteht das Fertigfutter unserer Hunde hauptsächlich aus Getreide. Sicherlich ein Grund dafür, warum Unmengen von Hundekot die Wegränder verschmutzen. Ihr Hund kann den hohen Getreideanteil zumindest nicht verwerten ... Schauen Sie sich mal die Zusammensetzung Ihres Hundefutters an. Und? Lassen Sie mich raten, als aller erstes ist eine Getreideform aufgelistet? Wie viel Prozent "Fleisch" enthält Ihr Fertigfutter?
Da kommen wir auch gleich zum nächsten Punkt. Wo Fleisch drauf steht, ist da auch Fleisch drin? Was für Fleisch wird verwendet? Sie sehen, das Thema Tierernährung ist ein Thema für sich, deswegen gibt es zu diesem Thema die hervorragende Seite von Swanie Simon - www.barfers.de .
Eika wird seit ca. 2001 roh ernährt. Ursprünglich sind wir von Fertigfutter auf Rohfütterung übergegangen, weil Eika zeitweise von sehr lauten Magengeräuschen geplagt wurde und danach Unmengen von Gras gefressen hat. Das Problem selbst hat sich nicht allein durch die Futterumstellung gelöst (dazu später mehr). Nach ca. 1 Monat glänzte Eikas Fell, mit Schuppen hatten wir keine Probleme mehr und selbst die Flohstichallergie verschwand. Die Kotmengen haben sich deutlich verringert und der Kot stinkt um einiges weniger als früher. Übrigens hat sich auch Eikas Eigengeruch verändert.
Dass ihr frisches Fleisch hervorragend schmeckt, brauche ich wohl nicht zu erwähnen :-) Praktisch setze ich die Rohfütterung folgendermaßen um:
Zuerst habe ich mir intensiv die Homepage von Swanie Simon durchgelesen. Dann habe ich mit Hilfe von www.gesundehunde.com/sites/ernaehrung_002.php die Futterquellen in meiner Nähe heraus gesucht. In der Metro gibt es kleine Plastikschalen mit Deckel. Eika benötigt ca. 400 g Fleisch am Tag, also habe ich mir kleine Plastikschalen mit ca. 500 ml Fassungsvolumen gekauft. Danach ging es auf zum Futterhändler. Ich besorgte diverse Fleischsorten (Pansen, Muskelfleisch v. Rind, Herz v. Huhn und Rind, Hühnerhälse und -rücken (Karkassen), Kehlköpfe, Brustbein, u.a.) und testete aus, was Eika alles mag. Zuerst konnte sie sich mit großen Stücken nicht anfreunden und wollte lieber alles gewolft haben. inzwischen frisst sie aber auch größere Stücke. Knochen findet sie natürlich ganz toll! Fleisch hole ich ca. 1 Mal im Monat, packe es in die Schälchen und friere es ein. Inzwischen bestelle ich auch öfter bei www.das-tierhotel.de , um mir das Abpacken zu ersparen.
Zusätzlich zum Fleisch bekommt sie Gemüse/Obst, mal ein Ei, etwas Öl und für ihre Arthrose Muschelmehlextrakt. Anfangs hat Eika an Gemüse alles bekommen, was ich mittags übrig hatte. Allerdings habe ich festgestellt, dass sie morgens eine Gemüsemahlzeit benötigt und abends eine Fleischmahlzeit, sonst geht es wieder los mit dem Magengrummeln. Also habe ich mir eine Küchenmaschine bei ebay ersteigert und zerkleinere nun ca. 1 Mal im Monat Äpfel, Möhren und anderes Gemüse/Obst. Die Mischung fülle ich in entsprechend kleinere Plastikschälchen und friere sie ebenfalls ein.
In diesem Punkt sind uns manche Jäger übrigens voraus (bzw. zum Glück noch weit zurück): nach erfolgreicher Jagd bekommen manche Jagdhunde einen Teil der Beute zum Fressen.
Trix wurde mit 10 Jahren auf Rohfütterung umgestellt. Sein Fell hat sich total verändert, ist sehr fein, weich und glänzend geworden. Inzwischen frisst er auch große Fleischstücke. Er benötigt allerdings mindestens 1000 g Fleisch am Tag, um sein Gewicht zu halten und ist kein großer Gemüse Fan ...