Trix
(Nico vom Marienbrink)

Trix sollte *eigentlich* nur zur Pflege bleiben, bis er ein neues Zuhause gefunden hat ...
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Vorgeschichte:
Trix wurde vor ca.
10 Jahren bei einem GM Züchter in Borken geboren. Der Züchter hat ihn an einen
alten Mann als Welpe verkauft. Zwar wurde Trix (eigentlich Niko vom Marienbrink)
über alles geliebt, doch der Mann konnte ihm nicht gerecht werden. Trix durfte
Zeit seines Lebens NICHT ohne Leine laufen. Der Mann wurde schwächer und die
Tochter kümmerte sich etwas um Trix. Als Trix 7 Jahre war, starben sein Herrchen
und Frauchen relativ kurz aufeinander folgend. 2 weitere Jahre verbrachte Trix
in seinem alten Zuhause - allerdings um genau zu sein im Gartenhaus, da die
Erben ihn nicht im Haus haben wollten. In diesen 2 Jahren verbrachte Trix die
meiste Zeit in dem Gartenhaus. Ab und zu durfte er in den Garten, er bekam
Futter und wurde wohl ausgeführt zwischendurch. Mit 9 Jahren wurde man Trix dann
doch überdrüssig und wollte ihn ins Tierheim abschieben. Eine Tierfreundin
rettete ihn vor dem Aufenthalt im Tierheim und holte ihn zu sich nach Hause. Sie
hat 2 Hündinnen und eine Katze. Schnell stellte sich raus, dass Trix Katzen "zum
Fressen gern hat". Also musste die Katze und Trix getrennt leben. Kombiniert mit
Trix Verlassensängsten, seinen Bellattacken und ein paar anderen Auffälligkeiten
konnte er nicht lange bleiben. Die Tierfreundin wendete sich an dem
Tierschutzverein Freunde der Tiere e.V., mit dem ich zusammen arbeite. Ich
selbst habe auch 2 Katzen, aber ich wusste, dass meine Mutter Trix
übergangsweise aufnehmen würde. Wir schauten ihn uns in Wesel an und nahmen ihn
direkt mit nach Hause.

Die ersten Wochen:
Trix wirkte im ersten Moment eher untypisch für einen GM auf mich. Er benahm sich im Auto und besonders im Haus sehr unruhig. Er liegt selten still auf einem Fleck. Zuerst schob ich es dem mangelnden Auslauf bzw. Freilauf zu und natürlich dem Stress, den so ein Wechsel mit sich bringt. Nach nun ca. 3 Wochen ist Trix etwas ruhiger geworden, aber kein Vergleich mit meinem damaligen GM Asco oder meiner jetzigen GM Hündin Eika. Ein Bisschen führe ich das auf seinen 2-jährigen Aufenthalt in der Gartenhütte zurück. Daher kommt höchstwahrscheinlich auch das Hineinsteigern in sein Bellen. Wenn Trix einmal bellt, ist es sehr schwer ihn wieder zur Ruhe zu bringen. Seine Belle ist laut und hat einen schrillen Unterton, der meistens ein Piepsen im Ohr hinterlässt. Diese Belle wendet er an, wenn er frustriert, hoch gepuscht oder gelangweilt ist. Selbst wenn ich in einem einsamen Häuschen auf dem Land mit keinem Nachbarn weit und breit wohnen würde, könnte ich diese Belle nicht ignorieren. Insofern gehe ich davon aus, dass seine vorigen Frauchens und Herrchens dies ebenfalls nicht konnten. Das bedeutet, dass wohl 10 Jahre versucht wurde ihm das Maul zu stopfen (mit Kauknochen, Spielzeug bis hin zu Schimpfen und Schlägen). Trix hat natürlich genau das erreicht, was er wollte: Aufmerksamkeit!
Eine weitere Eigenart ist, dass Trix Handtücher und Decken zerreißt. Keine Sorge, er nimmt nur sein Eigentum... Dieser Eigenart fiel Eikas Kissen zum Opfer. Die Füllung in Form von einer Million kleiner Kügelchen verteilte sich am ersten Abend im Wohnzimmer. Im Nachhinein haben wir heraus gefunden, dass Trix Handtücher zum Zerreißen in die Gartenhütte geworfen wurden.
Auch seine Verlassensängste kommen sicherlich nicht von ungefähr ...
Draußen ist Trix fast völlig unkompliziert. Er läuft brav ohne Leine und verträgt sich wirklich mit jedem Artgenossen. Trix kommt übrigens aus einer Leistungszucht. An Hand seiner langen Zeit an der Leine bestätigt sich wohl die Theorie, dass Jagdhunde das Jagen verlernen bzw. nicht erlernen, wenn man sie lang genug an der Leine hält. Trix hat zumindest keinerlei Interesse an Wildspuren folgen, Stöbern und anderen GM-Hobbies.
Das
einzige was er aufstöbert sind die Spuren von läufigen Hündinnen! Trotz
Kastration vor ein paar Monaten, verliebt sich Trix pro Spaziergang mindestens
einmal. Im Grunde ist es ihm egal, ob Männchen oder Weibchen - Hauptsache er/sie
riecht gut und wehrt sich nicht gegen seine Besteigungsversuche. Wenn sich
jemand wehrt, dann akzeptiert er das und geht weiter seiner Wege. Auf dem Foto
links vom Text sieht man Trix im Rudel. Dabei sind meine Hündin Eika (ganz
links) und Trix' Halbbruder Quando (ganz rechts), so wie Quandos Hausgenossin
Annie, in die Trix unsterblich verliebt ist!
Die Beschreibung von Trix hört sich bis hier hin eher negativ an. Doch er ist im Grunde ein ganz toller Hund. Er zeigt keinerlei Aggressionen gegenüber Menschen, anderen Hunden oder Nutztieren, wie z.B. Kühe. Er ist sehr verschmust und liebebedürftig. Ich kenne bis jetzt keinen Menschen, der ihn nicht auf Anhieb leiden mochte. Trotz seiner Macken ist er ein richtig charmantes Kerlchen. Er hat Tendenzen zum trotteligen und wirkt doch gleichzeitig wie ein sportlich gebliebener alter Herr.
Sind GM rassistisch? Ich denke inzwischen JA! Eika ist auf dem Spaziergang zu allen Hunden freundlich distanziert. Aber im Haus möchte sie keine anderen Hunde haben. Selbst ihr guter Freund Boxer Anton, darf in Eikas Haus sich nicht frei bewegen. Schon bei GM Quando war mir aufgefallen, dass Eika ausgesprochen "gastfreundlich" ihm gegenüber war, als er uns mal für einen Nachmittag besuchte. Trix scheint sie richtig ins Herz geschlossen zu haben! Er darf sich frei im Haus bewegen, die beiden fressen friedlich Knochen nebeneinander und sie scheint ihm gegenüber keinerlei Neid und Eifersucht zu empfinden. Auch von Trix vorigen Beherbergung wurde ich gewarnt, dass er seine Knochen und sein Spielzeug gegenüber den beiden Hündinnen verteidigt. Diesbezüglich sind keinerlei Tendenzen Eika gegenüber erkennbar. Sie darf an seine Knochen und an sein Spielzeug. Die beiden liegen sogar gemeinsam auf der Coach - obwohl Eika enges Liegen bei einem anderen Hund eigentlich meidet.

Trix ist nun ca. 2 Monate bei uns. Er gewöhnt sich immer mehr ein! Sein Hauptproblem - das Bellen - zeigt er nur noch ganz selten, nämlich wenn er sehr aufgeregt ist. Wir haben festgestellt, dass Trix im Garten durchaus mal eine Stunde ausharrt, während wir im Haus sind. Ein kleiner Lichtblick im Bezug auf seine massiven Verlassensängste ... Insgesamt ist er im Haus ruhiger geworden. Er springt nicht mehr bei jeder Bewegung unsererseits auf, sondern bleibt liegen und schläft weiter.
Nach wie vor spielt Trix für sein Leben gern, allerdings machen wir das nur im reduzierten Maßen, da er danach immer sehr aufgeregt ist und eher zum Bellen tendiert.
Ein Bisschen hat Trix seinen Jagdtrieb entdeckt. Plötzlich rennt er dann über eine Wiese und arbeitet eine Spur aus. Aber er entfernt sich nach wie vor nicht weit und kommt in kürzester Zeit zurück.
Inzwischen sind
drei Monate vergangen und Trix bleibt seit einer Woche problemlos mehrere
Stunden alleine. Anscheinend hat er diese Zeit gebraucht, um sich einzugewöhnen.
Er wird immer mehr zum vorbildlichen Begleiter - ob auf Spaziergängen oder
Grillparties, Trix kann man mitnehmen! Sein Gehorsam wächst von Tag zu Tag, so
dass jeder Spaziergang angenehm mit ihm ist. "Das sich verlieben, in alles was
vorbei kommt", hat sich ebenfalls fast ganz gelegt. Selbst wenn er sich ab und
zu noch verliebt (meistens junge, mittelgroße, schwarz-weiße Hündinnen), dann
beruhigt er sich relativ schnell wieder und lässt sich noch ansprechen.

Nun ist es offiziell: Trix wird seinen Lebensabend bei uns verbringen - allerdings als Patentier des Tierschutzvereins "Freunde der Tiere e.V.". Nähere Infos zu den Patenschaften.
Trix lebt nun seit 9 Monaten bei uns. Manchmal werde ich gefragt, warum ich ihn Psycho nenne. Das fragen aber nur die Leute, die ihn nur von Spaziergängen her kennen. Da benimmt er sich in der Regel vorbildlich, lässt sich von allem abrufen, entfernt sich nicht so weit, geht ordentlich an der Leine usw.
Im Haus wird er allerdings regelmäßig zum kleinen Tyrann. Er kriegt in der Abendzeit mindestens einen Bellanfall - egal wie ideal der Tagesablauf für ihn war. Je nachdem kompensiert er seine innere Erregung mit dem Zerreißen von alten Handtüchern, die für solche Fälle gesammelt bereitliegen. Ich habe verschiedene Theorien, warum er diese innere Unruhe hat (und alle dran teilhaben lässt). Zum einen hat er Hängelider, so dass eine Augen regelmäßig entzündet sind. Das ist schon unangenehm an sich, bringt aber auch noch mit, dass er anscheinend schlechter sieht und sich oft den Kopf stößt. Vielleicht leidet er dadurch oft an Kopfschmerzen? Außerdem schlägt er ständig mit seiner Rute irgendwo vor. Er hat viele dicke Knubbel an der Rute. Ich vermute, dass er sie sich im Laufe des Lebens mehr als einmal gebrochen hat. Last but not least gilt denke ich für Hunde genauso wie bei Menschen, dass die "Dünnen" meistens auch sehr nervös und hibbelig sind. Trotz bis zu 1 1/2 kg Fleisch am Tag, nimmt Trix nach wie vor nur wenig bis gar nicht zu. Soviel zu meinen Theorien.
Was für Trix besonders schwierig
ist, ist wenn sein Tagesablauf Änderungen enthält. Das ist einer der Gründe,
warum Trix 3 Tage in der Woche bei seinem "Opa" ist. Sein "Opa" ist der
Vater einer
Freundin. Er liebt Große Münsterländer und betreut auch öfter Trix Halbbruder
Quando. Die beiden verbringen fast den ganzen Tag im ziemlich großen Garten.
Trix kommt nach diesen drei Tagen immer richtig entspannt zurück. Das einzige,
was ihm vielleicht etwas fehlt, sind die ausgiebigen Spaziergänge mit Freilauf.
Wirklich anstrengend wird es, wenn wir Besuch bekommen. Da dreht Trix richtig auf!
Das Gebell ist groß, je nachdem wird Spielzeug angeschleppt. Wenn der Besuch darauf nicht eingeht, versucht Trix zu rammeln. Da hilft leider nur Aussperren. Mindestens 2 Tage danach ist er noch gestresst und regt sich für jede Kleinigkeit auf.
Aber davon mal abgesehen schläft er zum Glück relativ viel. Nachts ist er sogar so verschlafen, dass er nicht ansprechbar ist.
Trix ist nun seit dem 20. März 2005 offiziell unser Hund. Unsere Ansprechpartnerin beim Tierschutzverein ist ausgetreten. Da wir außer der Hundesteuer eh bereits alles selbst gezahlt haben, viel die Entscheidung nicht so schwer.
Die Aufregung bei Besuch konnten wir etwas eindämmen, indem Trix nun ein Körperband allá Linda Tellington Jones trägt. Die Theorie dahinter ist, dass er seinen Körper besser spürt, was wiederum beruhigend wirkt. Zusätzlich habe ich das Körperband mit dem etherischen Öl Lavendel beträufelt. Auch das soll beruhigend wirken. Ob "Hokus-Pokus" oder nicht - es wirkt! :-) Er regt sich viel weniger auf, wenn Besuch kommt. Hier ein Foto von Trix mit seinem Körperband und in Eikas Kudde:

Eine Kudde ist übrigens eine Art Hundekörbchen aus Kunstleder, dass rundherum mit weichem Material gefüllt ist. Zuerst hatte nur Eika eine Kudde, weil Trix alles zerstört, was ihm gehört. Recht schnell hat sich gezeigt, dass Kunstleder nicht zu den Materialien gehört, die er anrührt. Also hat auch er eine Kudde bekommen, die noch immer löcherlos existiert und jede Nacht genutzt wird. Die Kudden hat übrigens Quandos Frauchen für uns genäht - nochmal ein Dankeschön! :-)
Als die Tage besonders kalt waren (bei - 10 C°), hat Trix einige Tage gehumpelt. Der Tierarzt meinte, dass Trix Probleme mit der Hüfte habe, da er dort schlechter bemuskelt sei. Er wurde akupunktiert. Sobald es wärmer wurde, konnte er wieder problemlos laufen. Wir halten das natürlich im Auge. Doch im Moment ist er fitter denn je!
Beim Fahrrad fahren musste ich mal wieder feststellen, dass Trix eine andere Rasse im Jagdhundpelz ist ;-) Ich hatte ja eh schon die Vermutung, dass er in Wirklichkeit ein Hütehund ist. So gibt er sich zumindest auf den Spaziergängen: Maximal 20 Meter von mir entfernen, ganz viel Blickkontakt ohne besonderes Training, allzeit bereit für Übungen - und wenn ich nicht dran denke ihn zwischendurch zu beschäftigen, dann erinnert er mich halt dran. Seinen Tennisball legt er zwischendurch ab und fixiert ihn dann, wie es ein Border Collie tun würde. Auch eine gewisse Neigung zum Kläffen sagt man der ein oder anderen Hütehundrasse nach ...
Nun zurück zum Fahrrad fahren. Da scheint sich doch noch ein Schlittenhund eingeschlichen zu haben ... Man ziehe Trix ein bequemes Geschirr an, leint ihn an, schwingt sich selbst auf das Fahrrad und den Rest erledigt er selbst - ach ja, gute Bremsen sollte man haben! Im Affenzahn geht es kilometerlang durch die Landschaft. Da werden plötzlich auch andere Hunde uninteressant! Dummerweise wird Eika zur Spaßbremse, denn am Fahrrad laufen gehört nicht zu ihren Wunschvorstellungen. Wenn sie doch mal am Fahrrad laufen soll, dann bitte schön nach ihren Vorstellungen: Haupttempo Zockeltrab, wenn sie frei läuft auch mal zwischendurch ein Sprint, aber alles in Maßen.
Wenn irgendwie möglich, dann schwinge ich mich für Trix allein auf das Fahrrad. Aber zwischendurch müssen halt auch mal beide zusammen mit. Das bedeutet für mich: Bremse gedrückt halten und die Balance finden zwischen dem GM, der nach vorne zieht und dem GM der das langsame Tempo bevorzugt!

Trix ist nun 13 Jahre alt und seit ca. 3 Jahren bei uns. Er ist nach wie vor ein "komischer" Hund.
Insgesamt hat sich vieles gebessert. Er bleibt inzwischen absolut problemlos alleine - scheint es sogar zu brauchen, denn sonst hat er Probleme zur Ruhe zu kommen. Das Bellen lässt sich fast immer durch ein "Schluss" (bzw. das Sichtzeichen dafür) langfristig unterbrechen. Es klappt nur nicht, wenn er sehr, sehr aufgedreht ist. An Besuch generell hat er sich inzwischen gewöhnt, allerdings dreht er bei manchen doch noch ziemlich auf, was dann in Bellattacken, Zerstörungswut und Rammel-Versuchen ausufert - bis er dann plötzlich einschläft (leider meist erst nach einigen anstrengenden Stunden).
Die Fleischration konnten inzwischen auf 750 g bis 1000 g runterfahren. Zwischendurch hatten wir seine Blutwerte immer wieder checken lassen, aber er scheint gesund zu sein.

Die langsam eintretende Alterstaubheit ist nun fast auf dem Höhepunkt. Er hört wirklich nur noch Geräusche, die ganz nah bei ihm sind. Das merken wir in solchen Momenten, wo wir nach Hause kommen, Trix liegt auf dem Teppich in der Küche und schläft. Wir packen dann in Ruhe unsere Einkäufe ein und irgendwann wacht er plötzlich auf und erschreckt sich ein Bisschen. Das Erschrecken passiert häufiger, aber wir können es leider im Alltag nicht verhindern, da er jedes mal erschrickt, wenn er geschlafen hat. Das gibt leider auch häufig Grund für einen kleinen Bellanfall. Im Alltag ist die Taubheit EIGENTLICH kein Problem, da Trix sich sehr oft umschaut und das Sichtzeichen zum Kommen klasse funktioniert - ABER er ist nie ganz berechenbar. Plötzlich fällt ihm ein, dass er nun den Weg x nimmt und dann rennt er einfach los. Meist endet das Gerenne einige Hundert Meter weiter bei einer läufigen Hündin - und da stört es ihn leider nicht, wenn er halt mal eine Straße überrennt. Die Alternative Flexileine nutzen wir zwar auch inzwischen recht häufig, aber solche Spaziergänge lasten ihn deutlich weniger aus und er wirkt meist recht frustriert. Schwierig ist auch Trix Eigenart, dass er nie nach Hause zurück möchte bzw. zum Auto bzw. zu dem Haus, wo wir Freunde besuchen. Es ist dann auch egal, ob er nur kurz Gassi war oder vor Erschöpfung kaum noch stehen kann. Etwa 300 Meter vor Zuhause bzw. dem Auto beginnt er sich zurückfallen zu lassen und an extremen Tagen einfach wegzurennen. Da heißt es dann HINTERHER RENNEN, denn in solchen Momenten schaut er sich nicht mehr um und ein tauber Hund lässt sich schlecht rufen :-(( Mehrmals haben wir so eine Rennattacke nicht mitbekommen, dann war er nach ca. 15 Minuten wieder da. Einmal mussten wir ihn auch lange suchen. Das ist ziemlich frustrierend, da wir ihn ja noch nicht mal rufen konnten. Er tigert dann einfach durch die Gegend und schnuppert ein Bisschen rum.
Trix kann inzwischen übrigens auch Schwimmen. Stand er bisher immer hysterisch bellend vor dem weg schwimmenden Ball, so hat er im letzten Sommer seine ersten Schwimmzüge gelernt. Es ist zwar kein Meister vom Himmel gefallen, aber um den Ball im ruhigen Gewässer zu holen, reicht's allemal!
Trix hat im Alter von 13 Jahren nun innerhalb von kurzen Abständen zugebissen. Zuerst hat es mich erwischt als ich ihm eine Zecke am Ohr ziehen wollte. Er hat mehrfach gejankt (wahrscheinlich war die Zecke infiziert und dadurch besonders schmerzhaft) und als ich das dritte Mal versucht habe die Zecke zu ziehen, hat er in meine Hand gebissen. Es hat geblutet, musste aber nicht genäht werden. Mein Lebensgefährten hat ihm ein paar Wochen später zwei mal hintereinander auf die Vorderpfote getreten, während er an der Decke Mücken versuchte mit der Fliegenklatsche zu erwischen. Beim ersten Mal hat Trix noch gewarnt, beim zweiten Mal in den Fuß gebissen. Auch hier hat die Verletzung geblutet, musste aber nicht genäht werden. Im Austausch mit Trainerkolleginnen hat sich meine Vermutung verstärkt, dass Hunde im Alter zum einen empfindlicher werden, die Impulskontrolle nachlässt und die Beißkraft nicht mehr genau dosiert erden kann. Es ist früher durchaus vorgekommen, dass Trix z.B. den Arm festgehalten hat, wenn ihm etwas weh tat (z.B. Kletten aus dem Fell bürsten), aber halt nur festgehalten ohne zu verletzen. Tja, das war eine schmerzhafte Lernerfahrung! Auch Eika ist empfindlicher geworden - aber bei ihr ist halt (bis jetzt!) die maximale Reaktion, dass sie steif wird. Trix kriegt nun zum Zecken ziehen, Kletten rausbürsten etc. einen Nylon-Maulkorb um. Er lässt ihn sich problemlos anziehen und hält still bis die Prozedur zu Ende ist. Körperlich zeigt er sich nach wie vor von seiner fitten Seite und wird stets jünger als Eika eingeschätzt.
Dies soll übrigens kein abschreckender Bericht sein, einen alten Hund ein neues Zuhause zu geben. Es soll aber klar machen und darauf hinweisen, dass sich die Aufnahme eines alten Hundes nicht immer unkompliziert und ruhig gestaltet.
Trix ist
nun 15 1/2 Jahre alt. In den letzten Monaten ist er doch merklich gealtert! In
den Hinterbeinen bilden sich die Muskeln zurück - trotz regelmäßiger Bewegung.
Alle paar Wochen bekommt Trix eine Art Anfall. Er heult und bellt und rennt wie
von der Terantel gestochen durchs Haus oder den Garten. Anscheinend stecken die
Nieren dahinter. Er bekommt dann eine Infusion und dann ist er wieder topfit.
Nur der uramische Mundgeruch bleibt ... Das einizige, was uns wirklich
belastet, sind Kotbeutel, die sich gebildet haben. Hier drin sammelt sich sein
Kot und wenn Trix sich verkrampft oder der Beutel einfach voll ist, dann kotet
Trix völlig unkontrolliert. Da er nach wie vor nicht so gerne Auto fährt, kann
er nur noch mit Zeitung unterm Hintern fahren, weil die Verkrampfung regelmäßig
für Malheure sorgt. Auch im Haus ist es ein Problem. Weil vor allem beim
Aufstehen, Treppen laufen etc. der Kot rausgedrückt wird. Dank der Rohfütterung,
sind es in der Regel feste Würste, die sich einfach aufheben lassen und die
Stelle am Boden wird dann halt desinfiziert. Trotzdem ist es eine belastende
Tatsache. Restaurantbesuche und Co. werden dadurch zu einem Erlebnis *hüstel*
Trix
läuferische Leistungen schwanken stark. An manchen Tagen reichen völlig Runden
von 15 Minuten. Am vergangenen WE war er aber auch noch 3 h und länger mit im
Harz wandern ... Vor allem zu Zeiten, wo sämtliche Hündinnen der Umgebung läufig
sind, erblühen die Lebensgeister zu Höchstleistungen ... Ansonsten hat sich Trix
zu einem halbwegs angenehmen Zeitgenossen entwickelt. Die Anlässe zum Bellen
haben sich stark minimiert. Trix hat sich als der Liebling meiner Neffen
rausgestellt und entgegen unser aller Befürchtungen ist er mit ihnen sehr
geduldig. Ansonsten trohnt Trix meist auf der Coach und nimmt es gelassen hin,
dass er nun öfter als früher alleine bleiben muss - denn Alma hat einen anderen
Auslauf-Bedarf. Kuscheln ist nach wie vor eine seiner Lieblingsbeschäftigungen.
Bällchen & Co. holen wir nur noch selten für ihn raus, aber wenn, dann stürzt er
mit ungesundem Feuereifer hinterher. Auch wenn ich für Alma Dummys verstecke,
kann es passieren, dass Trix sie als erster findet und stolz damit angelaufen
kommt. Mit Alma kommt er super zurecht - kein Wunder -er fand ja schon Mutter
Cora beim Kennenlernen sehr attraktiv ;-) Es gibt keine Streitigkeiten zwischen
den beiden. Trix nimmt es ziemlich gelassen hin, wenn sie ihn mal anrempelt oder
versehentlich über den Haufen rennt. Auch mit den Pflegehunden (davon einige
Rüden) ist er sehr gut ausgekommen. In dieser Hinsicht ist er wirklich
unkompliziert. Wir sind sehr gespannt, wie es mit dem "Opi" weitergeht. Bereits
seit 2 Jahren buche ich Hotels im festen Glauben, dass wir nur mit einem Hund
anreisen werden - und jedes Mal kommt der Opi doch noch mit bzw. bleibt bei
längeren Autofahrten bei meinen Eltern oder bei Frauke.
Wir sind gespannt, wie lange er noch bei uns ist!

In den letzten Wochen hat Trix stark abgebaut. Trotz gutem Appetit wurde er immer dünner und dünner (nur noch 26 kg statt in seinen ersten Jahren bei uns 31 kg). An warmen Tagen mussten wir die Spaziergänge auf ein Minimum reduzieren. Neben dem Kontrollverlust über den Kotabsatz kam nun hinzu, dass er Probleme beim Aufstehen hatte und somit oft sich selbst bekotet hat. Nachts hat er in seiner letzten Woche 2 mal unter sich gemacht, scheinbar ohne es zu merken - zumindest haben wir ihn so beim Aufstehen gefunden. Ich bin mit ihm zur Tierärztin gefahren, um eine objektive Meinung einzuholen. Sie hat definitiv dafür gestimmt ihn einschläfern zu lassen. Die Entscheidung war trotzdem schwierig, da er geistig noch einigermaßen fit war, er hat die Streicheleinheiten, das Fressen, das in der Sonne liegen nach wie vor genossen - und ließ sich auch noch mit Begeisterung das Bällchen werfen. Tja, vielleicht wäre es auch noch so ein paar Wochen weiter gegangen. Die Frage ist halt, ob man wirklich wartet, bis es dem Hund sooo schlecht geht, dass er keine fröhlichen Momente hat. Wir haben nicht gewartet - ob das richtig oder falsch war, wir wissen es nicht. Trix ist am 2. Juni 2010 nach einem schönen halben Tag, der nur ihm gewidmet war, im Garten meiner Eltern eingeschlafen und dort auch begraben worden. Wir vermissen ihn sehr!
